Dr. med. Markus Scherbring    

Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Jenastieg 5, 38124 Braunschweig

Tel. 0531/690356

                       Alle Homepageinhalte sind Eigentum von Dr. med. Markus Scherbring. Kein Teil des Werkes (einschließlich Photos und Logo) darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung des Eigentümers reproduziert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Das Logo ist beim Deutschen Patent- und Markenamtamt registriert.
Startseite
Inhaltsverzeichnis
Impressum
  Die Praxis hat nach DIN EN ISO 9001:2008 erfolgreich ein QM-System (Qualitätsmanagement-System) eingeführt (DIN EN ISO 9001:2000 seit 12.01.2007; letztes externes Qualitätsaudit mit Urkunde vom 26.08.2009).

 

Zeckenbiß

FSME oder Borreliose?

(Photo: Zecke)

 

Sobald die wärmere Jahreszeit beginnt, haben viele Eltern Angst davor, dass ihr Kind von einer Zecke gebissen wird.

Grund für diese Angst ist häufig die Verwechslung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz: FSME) mit der Lyme-Borreliose (kurz: Borreliose).

In diesem Artikel werde ich beide Krankheiten kurz beschreiben.

Doch vorher möchte ich auf die Lebensweise der Zecken eingehen.

Zecken (Ixodia) sind eine Ordnung innerhalb der Milben (Acari) und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Sie haben eine längsovale, lederartig dehnbare Haut und saugen Blut. Gerne halten sie sich in Büschen oder hohem Gras auf, von wo sie sich auf vorbeigehende Säugetiere oder auch Menschen fallen lassen. Haben sie ein Opfer entdeckt, sauge sie sich mit ihren Mundwerkzeugen fest. Durch den Saugakt werden sie bis zu 1,2 cm groß, und sehen ähnlich einer an der Haut sitzenden Linse aus. Oft fallen sie nach einer Blutmahlzeit auch wieder ab.

Zwei  Krankheiten werden in Deutschland durch Zecken übertragen:

 

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):  
 

Die FSME ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung. Die im Raum Braunschweig lebenden Zecken sind FSME-frei. In Deutschland kommt das FSME im Odenwald, um Bad Kreuznach, im Bodenseeraum, im Schwarzwald und in der Umgebung von Passau, Karlsruhe und Stuttgart vor. Allerdings ist nur etwa jede 900. Zecke in Deutschland und etwa jede 30-40. Zecke in Österreich infiziert. Im Kleinkindesalter verläuft die Erkrankung, wenn ein Kind sich denn überhaupt infiziert, meist gutartig ab, schwerste Verläufe kommen jedoch immer wieder vor. Es gibt eine Impfung gegen diese Erkrankung, die jedoch häufiger als andere Impfungen wie Tetanus, Diphtherie, Hepatitis B oder Masern-Mumps-Röteln-Impfungen zu Nebenwirkungen führen.

 

Lyme-Borreliose  

Sehr viel häufiger gibt es Zecken, die den Erreger der Lyme-Borreliose in sich tragen. Diese Erkrankung kommt überall in Deutschland, regional unterschiedlich häufig, vor. Der Krankheitserreger ist ein Bakterium: Borrelia burgdorferi.

Gegen diese in ganz Deutschland vorkommende Zeckenkrankheit gibt es keine Impfung.

Jährlich erkranken bis zu 80.000 Menschen in Deutschland an der Borreliose. Diese Erkrankung ist also um ein vielfaches häufiger als FSME.

Viele Fälle verlaufen leicht. Die Infektion läuft wie folgt ab: Ca. 1 Woche nach einem Zeckenbiß breitet sich eine kreisförmige Rötung, teils juckend um die Bißstelle aus. Der Stich der Zecke an sich ist nicht schmerzhaft.

Später können andere Krankheitszeichen wie Fieber und Gliederschmerzen, ähnlich eines grippalen Infektes, hinzukommen. Kommt die Krankheit nicht von selbst zum Stillstand, folgen schwerere Symptome wie eine Lähmung eines Gesichtsnerven oder eine Schwerhörigkeit.

Nach Monaten oder gar Jahren folgen als Spätzeichen Gelenkbeschwerden oder Hautveränderungen.

Bei all den o.g. Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ist Ihnen auch ein Zeckenbiß bei Ihrem Kind vor diesen Zeichen erinnerlich, so ist eine Infektion mit Borrelien wahrscheinlich. Es werden dann Blutuntersuchungen folgen. Sollten auch Nervenausfälle oder massive Gelenkschwellungen sichtbar sein, wird Ihr Kind in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort können weitere spezielle Untersuchungen folgen, die in der Praxis nicht möglich sind.

Behandelt wird diese Krankheit mit Antibiotika. Je früher die Lyme-Borreliose erkannt wird, desto besser sind natürlich die Heilungsaussichten. In den meisten Fällen kann man die Krankheit Borreliose jedoch heilen.

 

Wie kann ich meine Kinder vor Zeckenbissen schützen?  
 

Ein sehr sinnvolle Maßnahme ist es, die Zecke erst gar nicht an unbekleidete Hautstellen kommen zu lassen. Daher sollte man von März bis November lange Kleidungsstücke tragen, wenn man sich in Sträucher-reichen Gebieten aufhält (Wald, Parks o.ä.). Ziehen Sie ihrem Kind am besten hellere Sachen an, das erleichtert das Auffinden von evtl. vorhandenen Zecken.

Auch Insektenschutzmittel, die auf die Haut aufgetragen werden, geben für etwa zwei Stunden Schutz vor Zecken, der allerdings nie 100 %ig ist.

Nach Aufenthalt im Freien sollte abends der gesamte Körper einschließlich Kopf nach vorhandenen Zecken abgesucht werden.

 

Wie entferne ich eine Zecke?  
 

Finden Sie an Ihrem Kind eine Zecke, so beträufeln Sie diese nicht mit Öl, Klebstoff o.ä., da die Zecke in ihrem Todeskampf dann vermehrt Krankheitserreger über ihre Mundwerkzeuge in Ihr Kind speichelt. Besser ist es die Zecke entfernen zu lassen, damit nicht Reste der Kauwerkzeuge im Kind verbleiben.

 

Literatur:  
 

Epidemiologisches Bulletin Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, Handbuch DGPI, 4. Auflage Infektionen bei Kindern und Jugendlichen

Pädiatrie, Grundlagen und Praxis, Lentze, Schaub, 2001

Infektionskrankheiten und infektallergische Krankheitsbilder, Cremer,  consilium infectiorum

Monatsschrift Kinderheilkunde: Vol. 147, Nr. 9, Okt. 1999; Vol. 154, Nr. 10. Okt. 2006; Vol. 151, Nr. 11, Nov. 2003; Vol. 154, Nr. 11, Nov. 2006; Vol. 149, Nr. 11, Nov. 2001

 

           

 

Diese Homepageseite wurde zuletzt überarbeitet am 04. Oktober 2010.

Startseite Inhaltsverzeichnis Impressum