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Vitamin K ist ein überlebenswichtiges
Medikament. Es wird als Kofaktor für mehrere Gerinnungsfaktoren
benötigt. Ist Vitamin K nicht ausreichend im Körper vorhanden, so kommt
es zu Gerinnungsstörungen. Insbesondere durch Vitamin K-Mangel
ausgelöste Hirnblutungen sind gefürchtet. Daher wird Vitamin K als eine
Prophylaxe (vorsorgliche Maßnahme) dem Neugeborenen gegeben.
Beim
Säugling kann es schon am 1. Lebenstag zu einer schweren Blutungsneigung
als Frühform einer Vitamin K-Mangelblutung kommen. Auch eine
Gehirnblutung kann dadurch entstehen. Häufig war in diesen Fällen die
Schwangerschaft durch Medikamenteneinnahme kompliziert: Abführmittel,
Medikamente gegen epileptische Anfälle, gerinnungshemmende Medikamenten
(sog. Vitamin K-Antagonisten) und Antibiotika können auch bei der Mutter
zu niedrigen Vitamin K-Spiegeln führen.
Die
klassische Form der Vitamin K-Mangelblutung äußert sich bei 0,1-1 % der
Neugeborenen bei fehlender Vitamin K-Prophylaxe zwischen dem 2. und 5.
Lebenstag durch verschiedene Problem: neben der Gehirnblutung kann es
auch zu starken Nabelblutungen, Schleinhautblutungen, Neigung zu
flächenhaften Blutungen der Haut (sog. Hämatomen), Blutungen im
Magen-Darm-Trakt und Blutungen aus Punktionsstellen kommen.
Gründe vor
der Geburt für dieses Problem sind eine ungenügende Übertragung von
Vitamin K von der Mutter auf das Kind durch die intakte
Mutterkuchenschranke und die, geringe Fähigkeit der Säuglingsleber
Vitamin K zu speichern. Zusätzlich trinken die Säuglinge in den ersten
Lebenstagen relativ wenig. Auch weist die Muttermilch einen sehr
niedrigen Gehalt an Vitamin K auf. Im Vergleich zur Kuhmilch enthält
Muttermilch nur ¼ Vitamin K. Hinzu kommt noch die fehlende Besiedlung
des Darms mit Vitamin K produzierenden Bakterien zu Beginn der
Säuglingszeit.
Daher haben
eher vollgestillte Säuglinge, die keine Vitamin K -Prophylaxe erhalten
haben, das Problem der schlechten Blutgerinnung. Im Vergleich hierzu
kommt das Problem der schlechten Blutgerinnung bei vollgestillten
Säuglingen mit Vitamin K-Prophylaxe seltener vor. Ebenso verhält es sich
bei Säuglingen, die industriell hergestellte Säuglingsnahrung bekommen,
da diese künstlich mit Vitamin K angereichert wird.
Jenseits
der 1. Lebenswoche treten ebenfalls Vitamin K Mangelblutungen auf. Auch
hier gilt, das es sich dann oft um vollgestillte Säuglinge handelt, die
kein zusätzliches Vitamin K erhalten haben. Hinzu kommen noch Kinder mit
Grundkrankheiten wie chronischer Durchfall, Mukoviszidose und
verschiedene andere, insgesamt seltene Leber- und Stoffwechselstörungen.
Auch einseitige Ernährung mit Sojamilch führt zum Vitamin K-Mangel, wenn
diese Nahrung nicht angereichert wird.
Früher
wurde die Vitamin K-Gabe direkt nach der Geburt in den Muskel des
Neugeborenen verabreicht (Sog. i.m. Injektion). Daraufhin wurden Vitamin
K-Mangelblutungen praktisch nicht mehr gesehen. Berichte über das
gehäufte Auftreten von bösartigen Geschwulsten (sog. Malignomen) nach
i.m. Vitamin K-Gabe führte zum Einstellen dieser Verabreichungstechnik.
Eine einmalige orale (geschluckte) Vitamin K-Gabe führte leider wieder
zu einem Ansteigen der Vitamin K-Mangelblutungen.
Daher wird
beim gesunden Säugling heutzutage 3-malig Vitamin K oral empfohlen: am
1. Lebenstag, zwischen dem 5. und 7. Lebenstag und in der 3. bis 4.
Lebenswoche.
Bei kranken
Säuglingen und Frühgeborenen wird gelegentlich auch die Gabe mittels
Injektion empfohlen.
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