Dr. med. Markus Scherbring    

Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Jenastieg 5, 38124 Braunschweig

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Fieberkrämpfe

 

Fieberkrämpfe stellen für die Eltern ein dramatisches Ereignis dar: plötzlich, ohne ersichtlichen Grund zeigt ihr Kind ein Zucken der Arme und Beine, verdreht die Augen, atmet nicht mehr oder nur sehr flach und die Lippen werden blau. Häufig fassen die betroffenen Eltern dieses Ereignis in einem Satz zusammen: „Ich dachte mein Kind stirbt.“ Diese Angst gilt es von ärztlicher Seite zu begegnen. 

Dem Fieberkrampf geht eine meist akute Infektion mit hohen Fieberschüben voraus. Bei einem schnellen Anstieg der Temperatur bis zu über 40 Grad Celsius kommt es bei manchen Kindern zu einem Schütteln der Arme und Beine, diese Kinder wirken „wie Weggetreten“, verdrehen die Augen und atmen nur noch sehr flach. 

Die Kinder sind meist zwischen ½ und 5 Jahren alt. Jungen sind häufiger betroffen. Häufig litt auch einer der Eltern früher unter Fieberkrämpfen. Der Fieberkrampf wird durch rasch ansteigendes hohes Fieber, meist bedingt durch einen Luftwegsinfekt, und eine damit verbundene Überdurchblutung und Anschwellen des Gehirns verursacht. Dieser Zustand dauert meist 1-5 Minuten, selten länger, er kann jedoch bis zu einer Stunde betragen. Meistens sind die Kinder nach dem Anfall sehr müde, erholen sich jedoch rasch. 

Eine EEG-Kontrolle zum Ausschluß einer anderen Ursache für den Krampfanfall sollte 14 Tage nach dem Fieberkrampf erfolgen. Bei manchen Kindern kommt es in den ersten Lebensjahren wiederholt zu Fieberkrämpfen. In den allermeisten Fällen (96%) bleiben jedoch keine Folgeschäden zurück. Im akuten Fall erhalten die Kinder ein fiebersenkendes Medikament (z.B. Paracetamol) sowie ein Medikament, welches den Krampfanfall unterbricht bzw. ein Neuauftreten verhindert (z.B. Diazepam als Rectiole). Nach einem Fieberkrampf werden die Patienten in der Kinderklinik eingehend untersucht. Je nach Ursache erfolgt die spezifische Therapie (z.B. Antibiotika bei einer Lungenentzündung) und das Absenken der Temperatur (Kühlelemente, Fieberzäpfchen, Infusion). Außerdem wird das Kind an einen Monitor angeschlossen, der zu jedem Zeitpunkt den Gesundheitszustand des kleinen Patienten anzeigt, auch wenn dieser schläft. Bleibt das Kind schließlich über 24 h fieberfrei, wird es nach Hause entlassen. 

Den Eltern wird genau erklärt, was sie bei einem erneutem Fieberschub zu tun haben und erhalten ein Rezept über Fieberzäpfchen und ein Medikament, welches bei einem erneuten Auftreten eines Fieberkrampfes gegeben werden kann. 

Glücklicherweise führt ein Fieberkrampf normalerweise zu keinen bleibenden Schäden. Nach ca. 4 Wochen wird es erneut ambulant vorgestellt, um eine EEG-Kontrolle zu veranlassen, da in seltenen Fällen auch eine Form der Epilepsie vorliegen kann, die nur zufällig mit einem Fieberschub zusammen auftritt, ohne daß diese beiden Ereignisse etwas miteinander zu tun haben.

Eine medikamentöse Dauertherapie, wie bei einer Epilepsie, ist normalerweise nicht notwendig.

 

Literatur:„Fieberkrämpfe – der Angst der Eltern begegnen“, Oldenburgische Volkszeitung, 09.05.99, Autor: Dr. med. Markus Scherbring

 

Diese Homepageseite wurde zuletzt überarbeitet am 03. Januar 2007.

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