Dr. med. Markus Scherbring    

Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Jenastieg 5, 38124 Braunschweig

Tel. 0531/690356

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Schutzimpfung  

gegen Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Wundstarrkrampf (Tetanus), Haemophilus influenzae Typ B (HIB),

Kinderlähmung (Poliomyelitis) und  Hepatitis B

 

Was ist eine Schutzimpfung?  
 

 

Im Kindesalter kann die Schutzimpfung gegen Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Wundstarrkrampf (Tetanus), Haemophilus influenzae Typ B (HIB), Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Hepatitis B als Sechsfachimpfung durchgeführt werden.

Alle diese Impfungen sind gegen Krankheiten, deren Verlauf durch Medikamente nur unzureichend beeinflusst werden kann und deren Komplikationen, wenn sie auftreten, ein schweres Schicksal beinhalten.

Daher wird allgemein die rechtzeitige Immunisierung durch Impfung als einzig wirksame Möglichkeit angesehen, sich vor Komplikationen dieser Erkrankungen zu schützen. Impfung bedeutet, dass eine künstliche Infektion mit einem abgeschwächten oder abgetöteten Erreger oder dessen Bestandteile im Körper ausgelöst wird, um schützende Antikörper zu produzieren. Diese Antikörper schützen den Körper dann vor der Infektion aus der „freien Natur“.

Um einen optimalen Impferfolg gegen eine Infektionskrankheit im Körper zu erreichen ist meist eine mehrfache Impfung notwendig, da jeder Mensch verschieden stark auf eine Impfung mit einer schützenden Antikörperbildung reagiert. Auch hält eine mehrfache Impfung das Immungedächtnis im Körper wach. In der Regel sind 3 Impfungen und alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

 

Diphtherie  
 

 

Diphtherie ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch das Gift des Diphtheriebakteriums ausgelöst wird. Vor Einführung der Impfung kam es immer wieder zu Ausbrüchen dieser Erkrankung (Epidemien), die viele Menschenleben kostete. Sie trat als Wund-, Kehlkopf-, Nasen- oder Rachendiphtherie auf. Auch Herzmuskelschäden traten durch die Erkrankung auf. Dank der Impfung hat diese Erkrankung in Deutschland ihren Schrecken verloren, sie kommt weltweit jedoch noch häufig vor.

 

Keuchhusten (Pertussis)  
 

 

Der Keuchhusten ist an den stakkatoartige Hustenattacken erkennbar. Meist Husten die Kinder bis zum Erbrechen. Bei den hartnäckigen Hustenattacken wird meist die Zunge herausgestreckt. Besonders Säuglinge unter 6 Monaten sind von dieser Erkrankung bedroht, da meist in diesem Alter der typische Husten fehlt und stattdessen Atemstillstände auftreten. Auch kann die Erkrankung schwere Komplikationen auslösen: Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Gehirnschäden. Auch vorbestehende Herz- Kreislauferkrankungen führen häufig zu Komplikationen

 

Wundstarrkrampf (Tetanus)  
 

 

Diese Erkrankung bedroht alle Altersstufen in gleichem Maße. Der Erreger der Krankheit kommt weltweit im Erdreich vor. Nach schon geringen Verletzungen kann das Tetanusbakterium über eine verschmutzte Wunde in den Körper gelangen, sich dort vermehren und das Gift produzieren. Dieses Gift löst Muskelkrämpfe aus. Auch die Atemmuskulatur wird betroffen und führt zu Erstickungen. Auch wenn eine Erkrankung an Tetanus erkannt und behandelt wird, beträgt die Sterblichkeit bei nicht ausreichendem Impfschutz bis zu 30%.

 

Haemophilus influenzae Typ B  
 

 

Eine Infektion mit diesem Erreger kann zu zwei der schwersten Infektionskrankheiten im Kindesalter führen: die Hirnhautentzündung und die Epiglottitis, eine mit Atemnot und Entzündung verbundene Entzündung des Kehldeckels. Besonders Kinder bis zum 5. Lebensjahr sind betroffen. Durch die flächendeckende Einführung der Impfung sind diese Erkrankungen selten geworden.

 

Kinderlähmung (Poliomyelitis)  
 

 

Diese Viruserkrankung kann zu einer Lähmung der Arme, Beine, der Atemmuskulatur und damit zum Tod führen. Eine Erkrankung mit Lähmung führt häufig trotz Therapie zu Restschädigungen, d.h. eine lebenslange Behinderung durch das Poliovirus. Seit 1998 werden die Kinder in Deutschland nicht mehr durch eine Schluckimpfung geschützt, sondern mit einem Todimpfstoff geimpft, der Bestandteil der Mehrfachimpfung ist.

 

Hepatitis B  
 

 

Eine Form der infektiösen Leberentzündung wird durch das HepatitisB-Virus ausgelöst. Typischerweise treten zu Beginn der Erkrankung grippeähnliche Symptome, Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber auf. Der Urin beginnt sich braun zu verfärben, der Stuhl zeigt eine helle Farbe. Schließlich wird auch die Haut gelb.

Am häufigsten wird dieser Erreger durch Blutprodukte und Sexualkontakte übertragen.

Eine spezielle Behandlung der Hepatitis B, die auch chronisch krank machen kann, gibt es nicht. Der einzige Schutz ist eine rechtzeitig durchgeführte Impfung.

 

Zeitpunkt einer Impfung  
 

 

Geimpft wird normalerweise im 3.,4.,5. Lebensmonat, gefolgt von einer Auffrischimpfung im 2. Lebensjahr. Vor der Einschulung wird der Impfschutz erneut vervollständigt. Weiter Auffrischimpfungen sind dann zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr vorgesehen. Als Erwachsener sollte alle 10 Jahre eine Auffrischung gegen Kinderlähmung, Tetanus und Diphtherie erfolgen.

 

Impfstoff  
 

 

Der Impfstoff wird intramuskulär in Muskeln des Oberarms oder des Oberschenkels gespritzt. Er enthält verschiedene Bestandteile: entgiftete Toxine von Tetanus- und Diphtherie-Erregern, Teile des Keuchhustenbakteriums, abgetötete Polio-Viren, Bestandteile der Hülle des HIB-Erregers, ggf. Bestandteile aus der Hülle des HepatitisB-Erregers.

 

Wer soll nicht geimpft werden?  

 

 

Leidet Ihr Kind an einer Erkrankung des Nervensystems, sprechen Sie dieses bitte vor der Impfung erneut an. Auch wenn Ihr Kind hohes Fieber hat oder eine schwere Erkrankung gerade überstanden hat, sollte die Impfung verschoben werden.

 

Nebenwirkungen  
 

 

Selten kommt es nach einer Impfung zu leicht erhöhter Temperatur bis 38,5 Grad. Dieses ist kein Grund zur Sorge. Bei sehr hohem Fieber oder anderen Auffälligkeiten können Sie sich gerne beraten lassen.

Gelegentlich kommt es für wenige Tage nach einer Impfung zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle. So kann eine schmerzempfindliche Rötung und Schwellung auftreten. Manche Kinder sind auch gereizt, appetitlos oder schläfrig, einige zeigen einen nicht ansteckenden Hautausschlag. Jede Auffälligkeit, die Ihnen Sorge bereitet, sprechen Sie bitte bei mir an, so dass ich Ihnen beratend und helfend zur Seite stehen kann.

 

Impfkomplikationen  
 

 

Impfkomplikationen gehen über das normale Maß einer Nebenwirkung hinaus. Anzeichen sind Apathie, Kreislaufschwäche, Blässe oder Krämpfe. Diese Reaktionen sind jedoch eine Rarität. Allergische Reaktionen sind ebenfalls extrem selten. Häufig ist dafür dann nicht der geimpfte Erreger, sondern im Impfstoff vorhandenes Konservierungsmittel verantwortlich.

 

Literatur:  
   

Epidemiologisches Bulletin Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, Handbuch DGPI, 4. Auflage Infektionen bei Kindern und Jugendlichen

Deutsches Grünes Kreuz Fördergesellschaft mbH, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg

 

 

 

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Diese Homepageseite wurde zuletzt überarbeitet am 27. Dezember 2007.

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