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Schutzimpfung
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gegen Diphtherie,
Keuchhusten (Pertussis), Wundstarrkrampf (Tetanus), Haemophilus influenzae Typ B
(HIB),
Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Hepatitis B
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| Was ist eine
Schutzimpfung? |
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Im Kindesalter kann die Schutzimpfung gegen
Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Wundstarrkrampf (Tetanus), Haemophilus
influenzae Typ B (HIB), Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Hepatitis B als
Sechsfachimpfung durchgeführt werden.
Alle diese Impfungen sind gegen
Krankheiten, deren Verlauf durch Medikamente nur unzureichend beeinflusst werden
kann und deren Komplikationen, wenn sie auftreten, ein schweres Schicksal
beinhalten.
Daher wird allgemein die rechtzeitige
Immunisierung durch Impfung als einzig wirksame Möglichkeit angesehen, sich vor
Komplikationen dieser Erkrankungen zu schützen. Impfung bedeutet, dass eine
künstliche Infektion mit einem abgeschwächten oder abgetöteten Erreger oder
dessen Bestandteile im Körper ausgelöst wird, um schützende Antikörper zu
produzieren. Diese Antikörper schützen den Körper dann vor der Infektion aus der
„freien Natur“.
Um einen optimalen Impferfolg gegen eine
Infektionskrankheit im Körper zu erreichen ist meist eine mehrfache Impfung
notwendig, da jeder Mensch verschieden stark auf eine Impfung mit einer
schützenden Antikörperbildung reagiert. Auch hält eine mehrfache Impfung das
Immungedächtnis im Körper wach. In der Regel sind 3 Impfungen und alle 10 Jahre
eine Auffrischimpfung notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
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Diphtherie |
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Diphtherie ist eine lebensbedrohliche
Infektionskrankheit, die durch das Gift des Diphtheriebakteriums ausgelöst wird.
Vor Einführung der Impfung kam es immer wieder zu Ausbrüchen dieser Erkrankung
(Epidemien), die viele Menschenleben kostete. Sie trat als Wund-, Kehlkopf-,
Nasen- oder Rachendiphtherie auf. Auch Herzmuskelschäden traten durch die
Erkrankung auf. Dank der Impfung hat diese Erkrankung in Deutschland ihren
Schrecken verloren, sie kommt weltweit jedoch noch häufig vor.
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Keuchhusten (Pertussis) |
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Der Keuchhusten ist an den stakkatoartige
Hustenattacken erkennbar. Meist Husten die Kinder bis zum Erbrechen. Bei den
hartnäckigen Hustenattacken wird meist die Zunge herausgestreckt. Besonders
Säuglinge unter 6 Monaten sind von dieser Erkrankung bedroht, da meist in diesem
Alter der typische Husten fehlt und stattdessen Atemstillstände auftreten. Auch
kann die Erkrankung schwere Komplikationen auslösen: Lungenentzündung,
Mittelohrentzündung, Gehirnschäden. Auch vorbestehende Herz-
Kreislauferkrankungen führen häufig zu Komplikationen
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Wundstarrkrampf (Tetanus) |
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Diese Erkrankung bedroht alle Altersstufen in
gleichem Maße. Der Erreger der Krankheit kommt weltweit im Erdreich vor. Nach
schon geringen Verletzungen kann das Tetanusbakterium über eine verschmutzte
Wunde in den Körper gelangen, sich dort vermehren und das Gift produzieren.
Dieses Gift löst Muskelkrämpfe aus. Auch die Atemmuskulatur wird betroffen und
führt zu Erstickungen. Auch wenn eine Erkrankung an Tetanus erkannt und
behandelt wird, beträgt die Sterblichkeit bei nicht ausreichendem Impfschutz bis
zu 30%.
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Haemophilus influenzae Typ B |
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Eine Infektion mit diesem Erreger kann zu zwei
der schwersten Infektionskrankheiten im Kindesalter führen: die
Hirnhautentzündung und die Epiglottitis, eine mit Atemnot und Entzündung
verbundene Entzündung des Kehldeckels. Besonders Kinder bis zum 5. Lebensjahr
sind betroffen. Durch die flächendeckende Einführung der Impfung sind diese
Erkrankungen selten geworden.
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Kinderlähmung (Poliomyelitis) |
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Diese Viruserkrankung kann zu einer Lähmung
der Arme, Beine, der Atemmuskulatur und damit zum Tod führen. Eine Erkrankung
mit Lähmung führt häufig trotz Therapie zu Restschädigungen, d.h. eine
lebenslange Behinderung durch das Poliovirus. Seit 1998 werden die Kinder in
Deutschland nicht mehr durch eine Schluckimpfung geschützt, sondern mit einem
Todimpfstoff geimpft, der Bestandteil der Mehrfachimpfung ist.
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Hepatitis B |
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Eine Form der infektiösen Leberentzündung wird
durch das HepatitisB-Virus ausgelöst. Typischerweise treten zu Beginn der
Erkrankung grippeähnliche Symptome, Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber
auf. Der Urin beginnt sich braun zu verfärben, der Stuhl zeigt eine helle Farbe.
Schließlich wird auch die Haut gelb.
Am häufigsten wird dieser Erreger durch
Blutprodukte und Sexualkontakte übertragen.
Eine spezielle Behandlung der Hepatitis B, die
auch chronisch krank machen kann, gibt es nicht. Der einzige Schutz ist eine
rechtzeitig durchgeführte Impfung.
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Zeitpunkt einer Impfung |
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Geimpft wird normalerweise im 3.,4.,5.
Lebensmonat, gefolgt von einer Auffrischimpfung im 2. Lebensjahr. Vor der
Einschulung wird der Impfschutz erneut vervollständigt. Weiter
Auffrischimpfungen sind dann zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr vorgesehen. Als
Erwachsener sollte alle 10 Jahre eine Auffrischung gegen Kinderlähmung, Tetanus
und Diphtherie erfolgen.
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Impfstoff |
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Der Impfstoff wird intramuskulär in Muskeln
des Oberarms oder des Oberschenkels gespritzt. Er enthält verschiedene
Bestandteile: entgiftete Toxine von Tetanus- und Diphtherie-Erregern, Teile des
Keuchhustenbakteriums, abgetötete Polio-Viren, Bestandteile der Hülle des
HIB-Erregers, ggf. Bestandteile aus der Hülle des HepatitisB-Erregers.
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Wer soll nicht geimpft werden? |
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Leidet Ihr Kind an einer Erkrankung des
Nervensystems, sprechen Sie dieses bitte vor der Impfung erneut an. Auch wenn
Ihr Kind hohes Fieber hat oder eine schwere Erkrankung gerade überstanden hat,
sollte die Impfung verschoben werden.
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| Nebenwirkungen |
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Selten kommt es nach einer Impfung zu leicht
erhöhter Temperatur bis 38,5 Grad. Dieses ist kein Grund zur Sorge. Bei sehr
hohem Fieber oder anderen Auffälligkeiten können Sie sich gerne beraten lassen.
Gelegentlich kommt es für wenige Tage nach
einer Impfung zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle. So kann eine
schmerzempfindliche Rötung und Schwellung auftreten. Manche Kinder sind auch
gereizt, appetitlos oder schläfrig, einige zeigen einen nicht ansteckenden
Hautausschlag. Jede Auffälligkeit, die Ihnen Sorge bereitet, sprechen Sie bitte
bei mir an, so dass ich Ihnen beratend und helfend zur Seite stehen kann.
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Impfkomplikationen |
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Impfkomplikationen gehen über das normale Maß
einer Nebenwirkung hinaus. Anzeichen sind Apathie, Kreislaufschwäche, Blässe
oder Krämpfe. Diese Reaktionen sind jedoch eine Rarität. Allergische Reaktionen
sind ebenfalls extrem selten. Häufig ist dafür dann nicht der geimpfte Erreger,
sondern im Impfstoff vorhandenes Konservierungsmittel verantwortlich.
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Literatur: |
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Epidemiologisches Bulletin
Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, Handbuch DGPI, 4. Auflage
Infektionen bei Kindern und Jugendlichen
Deutsches Grünes
Kreuz Fördergesellschaft mbH, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg
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