Dr. med. Markus Scherbring    

Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Jenastieg 5, 38124 Braunschweig

Tel. 0531/690356

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  Schutzimpfung gegen Meningokokken

 

Was sind Meningokokken?  
 

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Erreger von oft sehr schweren Krankheiten. Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine gefährliche durch dieses Bakterium verursachte Krankheit. Die Krankheit wird durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Sie ist lebensgefährlich. Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber und Nackensteife sowie starken Kopfschmerzen sind Krankheitszeichen. Ebenso kann es zu Bewusstseinstrübungen, Petechien (punktförmigen Hautblutungen, besonders an den Beinen), Krämpfen, Lähmungen und Kreislaufkollaps kommen. Heute streben noch ca. 10 Prozent der Patienten an dieser Erkrankung, auch wenn die Therapie unverzüglich eingeleitet wurde.

Die verschiedenen Meningokokken werden in Serogruppen eingeteilt: A, B, C, D, H, I, K, L, X, Y, Z, 29 E und W-135. Am häufigsten kommen in Deutschland die Gruppen B und C als Verursacher von Epidemien vor.

Gegen diese Erkrankung gibt es Polysaccharidimpfstoffe. Diese Impfstoffe enthalten gereinigte Bruchstücke des Bakteriums. Es gibt zwei verschiedene Polysaccharidimpfstoffe; der eine schützt gegen die Gruppen A und C, der andere gegen die Gruppen A, C, W-135 und Y. 

 

Wer sollte geimpft werden?  
 

Momentan wird die Meningokokken-Impfung für folgende Patientengruppen von der Stiko (Ständige Impfkommission) empfohlen:

- Personen mit erhöhtem Infektions- und Komplikationsrisiko

 

- Patienten mit Immundefekten oder fehlender bzw. nicht funktionsfähiger Milz

 

- Laborpersonal mit Kontakt zu Meningokokken

 

- Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C mit einem konjugiertem

  Meningokokken-C-Impfstoff für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt.  Eine fehlende Impfung kann dann in jedem Alter nachgeholt werden.

 

Zeitpunkt einer Impfung:  
 

 

Alle Säuglinge können ab dem 2 Monaten mit einem Konjugatimpfstoff geimpft werden. Gefährdete Säuglinge erhalten 2 Impfdosen im Abstand von mindestens 2 Monaten, ältere Kinder werden 1 Mal geimpft. Eine Auffrischimpfung im 2. Lebensjahr ist empfehlenswert, wenn das Kind im 1. Lebensjahr die Grundimmunisierung erhalten hat. Dieser Konjugatimpfstoff schützt bislang aber nur gegen Meningokokken der Gruppe C.

Ab einem Alter von 18 Monaten kann der Polysaccharidimpfstoff eingesetzt werden. Vor diesem Alterszeitpunkt ist die Immunantwort auf diesen Impfstoff ungenügend.

 

Impfstoff  
 

Der Konjugatimpfstoff (enthält Teile der Bakterienhülle des Erregers) wird intramuskulär gespritzt (in den Muskel des Oberschenkels oder Oberarmes).

Der Polysaccharid-Impfstoff (enthält gereinigte Bruchstücke des Erregers)wird subkutan (unter die Haut) gespritzt. Der Impfschutz hält mindestens 3 Jahre an. Für Erwachsene und Kinder genügt in der Regel eine Impfung. Die Schutzwirkung beginnt nach 2 Wochen. Ab einem Alter von 18 Monaten kann der Impfstoff eingesetzt werden. Vor diesem Alterszeitpunkt ist die Immunantwort auf diesen Impfstoff ungenügend. Daher wird dann ein sog. Meningokokken-Konjugat-Impfstoff eingesetzt, der bislang aber nur gegen Meningokokken der Gruppe C schützt.

WICHTIG: Es wird nur ein Schutz gegen die verimpfte Serogruppe aufgebaut. Dieses bedeutet für Deutschland, dass gegen den Großteil der Meningokokkenerkrankungen, die durch die Meningokokken der Serogruppe B ausgelöst werden, leider KEIN Schutz durch eine Impfung aufgebaut werden kann.

 

Nebenwirkungen  
 

Selten kommt es nach einer Impfung zu leicht erhöhter Temperatur bis 38,5 Grad. Dieses ist kein Grund zur Sorge. Bei sehr hohem Fieber oder anderen Auffälligkeiten können Sie sich gerne beraten lassen.

Gelegentlich kommt es für wenige Tage nach einer Impfung zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle. So kann eine schmerzempfindliche Rötung und Schwellung auftreten. Manche Kinder sind auch gereizt, appetitlos oder schläfrig. Jede Auffälligkeit, die Ihnen Sorge bereitet, sprechen Sie bitte bei mir an, so dass ich Ihnen beratend und helfend zur Seite stehen kann.

 

Impfkomplikationen  
 

Impfkomplikationen gehen über das normale Maß einer Nebenwirkung hinaus. Anzeichen sind Apathie, Kreislaufschwäche, Blässe oder Krämpfe. Diese Reaktionen sind jedoch eine Rarität. Allergische Reaktionen sind ebenfalls extrem selten. Häufig ist dafür dann nicht der geimpfte Erreger, sonder im Impfstoff vorhandenes Konservierungsmittel verantwortlich.

 

Wer sollte nicht geimpft werden?  
   Nicht geimpft werden sollten Patienten mit akuten Infekten oder Schwangere. Bei Schwangeren muss eine sehr  sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, obwohl bislang keine Hinweise auf negative Auswirkungen der Impfung auf die Schwangerschaft vorliegen.

 

 

Literatur  
 

Epidemiologisches Bulletin Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, Handbuch DGPI, 4. Auflage Infektionen bei Kindern und Jugendlichen

Deutsches Grünes Kreuz Fördergesellschaft mbH, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg

 

                       

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Diese Homepageseite wurde zuletzt überarbeitet am 08. März 2008.

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