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Schutzimpfung
gegen
Meningokokken |
| Was sind
Meningokokken? |
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Meningokokken (Neisseria meningitidis)
sind Erreger von oft sehr schweren Krankheiten. Hirnhautentzündung (Meningitis)
ist eine gefährliche durch dieses Bakterium verursachte Krankheit. Die
Krankheit wird durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch
übertragen. Sie ist lebensgefährlich. Plötzlicher Beginn mit hohem
Fieber und Nackensteife sowie starken Kopfschmerzen sind
Krankheitszeichen. Ebenso kann es zu Bewusstseinstrübungen, Petechien
(punktförmigen Hautblutungen, besonders an den Beinen), Krämpfen,
Lähmungen und Kreislaufkollaps kommen. Heute streben noch ca. 10 Prozent
der Patienten an dieser Erkrankung, auch wenn die Therapie unverzüglich
eingeleitet wurde.
Die
verschiedenen Meningokokken werden in Serogruppen eingeteilt: A, B, C,
D, H, I, K, L, X, Y, Z, 29 E und W-135. Am häufigsten kommen in
Deutschland die Gruppen B und C als Verursacher von Epidemien vor.
Gegen
diese Erkrankung gibt es Polysaccharidimpfstoffe. Diese Impfstoffe
enthalten gereinigte Bruchstücke des Bakteriums. Es gibt zwei
verschiedene Polysaccharidimpfstoffe; der eine schützt gegen die Gruppen
A und C, der andere gegen die Gruppen A, C, W-135 und Y.
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| Wer sollte
geimpft werden? |
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Momentan wird die Meningokokken-Impfung für
folgende Patientengruppen von der Stiko (Ständige Impfkommission) empfohlen:
-
Personen mit erhöhtem Infektions- und Komplikationsrisiko
-
Patienten mit Immundefekten oder fehlender bzw. nicht funktionsfähiger
Milz
-
Laborpersonal mit Kontakt zu Meningokokken
- Die STIKO
empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C mit einem
konjugiertem
Meningokokken-C-Impfstoff für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum
frühestmöglichen Zeitpunkt. Eine fehlende Impfung kann dann in
jedem Alter nachgeholt werden.
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| Zeitpunkt einer
Impfung: |
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Alle
Säuglinge können ab dem 2 Monaten mit einem Konjugatimpfstoff
geimpft werden. Gefährdete Säuglinge erhalten 2 Impfdosen im Abstand von
mindestens 2 Monaten, ältere Kinder werden 1 Mal geimpft. Eine
Auffrischimpfung im 2. Lebensjahr ist empfehlenswert, wenn das Kind im
1. Lebensjahr die Grundimmunisierung erhalten hat. Dieser
Konjugatimpfstoff schützt bislang aber
nur gegen Meningokokken der Gruppe C.
Ab einem Alter von 18 Monaten kann der
Polysaccharidimpfstoff
eingesetzt werden. Vor diesem Alterszeitpunkt ist die Immunantwort auf
diesen Impfstoff ungenügend.
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| Impfstoff |
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Der
Konjugatimpfstoff (enthält Teile der Bakterienhülle des Erregers) wird
intramuskulär gespritzt (in den Muskel des Oberschenkels oder
Oberarmes).
Der Polysaccharid-Impfstoff (enthält
gereinigte Bruchstücke des Erregers)wird subkutan (unter die Haut) gespritzt.
Der Impfschutz hält mindestens 3 Jahre an. Für Erwachsene und Kinder
genügt in der Regel eine Impfung. Die Schutzwirkung beginnt nach 2
Wochen. Ab einem Alter von 18 Monaten kann der Impfstoff eingesetzt
werden. Vor diesem Alterszeitpunkt ist die Immunantwort auf diesen
Impfstoff ungenügend. Daher wird dann ein sog.
Meningokokken-Konjugat-Impfstoff eingesetzt, der bislang aber nur gegen
Meningokokken der Gruppe C schützt.
WICHTIG:
Es wird nur ein Schutz gegen die verimpfte Serogruppe aufgebaut. Dieses
bedeutet für Deutschland, dass gegen den Großteil der
Meningokokkenerkrankungen, die durch die Meningokokken der Serogruppe B
ausgelöst werden, leider KEIN Schutz durch eine Impfung aufgebaut werden
kann.
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| Nebenwirkungen |
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Selten kommt es nach einer Impfung zu leicht
erhöhter Temperatur bis 38,5 Grad. Dieses ist kein Grund zur Sorge. Bei sehr
hohem Fieber oder anderen Auffälligkeiten können Sie sich gerne beraten lassen.
Gelegentlich kommt es für wenige Tage nach
einer Impfung zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle. So kann eine
schmerzempfindliche Rötung und Schwellung auftreten. Manche Kinder sind auch
gereizt, appetitlos oder schläfrig. Jede Auffälligkeit, die Ihnen Sorge
bereitet, sprechen Sie bitte bei mir an, so dass ich Ihnen beratend und helfend
zur Seite stehen kann.
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| Impfkomplikationen |
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Impfkomplikationen gehen über das normale Maß
einer Nebenwirkung hinaus. Anzeichen sind Apathie, Kreislaufschwäche, Blässe
oder Krämpfe. Diese Reaktionen sind jedoch eine Rarität. Allergische Reaktionen
sind ebenfalls extrem selten. Häufig ist dafür dann nicht der geimpfte Erreger,
sonder im Impfstoff vorhandenes Konservierungsmittel verantwortlich.
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| Wer sollte
nicht geimpft werden? |
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Nicht geimpft werden sollten Patienten mit
akuten Infekten oder Schwangere. Bei Schwangeren muss eine sehr
sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, obwohl bislang keine
Hinweise auf negative Auswirkungen der Impfung auf die Schwangerschaft
vorliegen.
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| Literatur |
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Epidemiologisches Bulletin
Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, Handbuch DGPI, 4. Auflage
Infektionen bei Kindern und Jugendlichen
Deutsches Grünes
Kreuz Fördergesellschaft mbH, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg
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wurde zuletzt überarbeitet am 08. März 2008.
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